Filmreihe "Geschichte - Familie - Identität. Die zweite und dritte Generation nach dem Holocaust"

11. bis 20. November 2004 -- Eiszeit-Kino, Berlin-Kreuzberg -- jeweils 19.30 Uhr

Die Geschichte des Nationalsozialismus ist nach wie vor ? oder mehr denn je - präsent in der bundesdeutschen Öffentlichkeit. Staatlich verordnete Gedenkrituale genauso wie das neue Holocaust-Mahnmal sollen dem Ausland zeigen, dass die Deutschen ihre Lektion aus der Geschichte gelernt und diese "bewältigt" haben. Und so können heute auch die menschlichen Seiten Hitlers und sein "Untergang" massenwirksam inszeniert werden.

Die biographischen Folgen des Holocaust bis in die heutigen Generationen sind hingegen kein Thema, mit dem sich eine breitere Öffentlichkeit beschäftigt. Noch ist dies in erster Linie ein Thema für Menschen, die spüren, ahnen oder wissen, dass die Vergangenheit für ihre ganz eigene Entwicklung von Identität eine Rolle spielt.

Die Filmreihe zeigt Aspekte dieser persönlichen Auseinandersetzungen mit der Geschichte: Es geht in allen Filmen um die Suche nach Spuren der Vergangenheit in der eigenen Familie. Und es geht um das Ringen mit einem Schweigen über die "dunklen Seiten" der Geschichte, dem ganz unterschiedliche Motive und gegensätzliche Erfahrungen zugrunde liegen. Die Spurensuche dieser Menschen soll Anderen Mut machen, sich selbst auf die Suche in der eigenen Familie zu machen.

Im Anschluss an die Filme wird es in Anwesenheit der FilmemacherInnen und anderer ExpertInnen die Möglichkeit zur Diskussion geben.

Die Filmreihe von tacheles reden! e.V. findet statt im Rahmen der überregionalen Aktionswochen gegen Antisemitismus 2004, die von der Amadeu Antonio Stiftung koordiniert werden.



Gefördert durch: