Familiengeschichte(n) - Eine Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus und Holocaust


Film- und Lesereihe mit anschließendem Wochenseminar


Vom 06.02. bis 26.03.2008 führt tacheles reden! in Kooperation mit dem Kino babylon berlin:mitte eine Veranstaltungsreihe zur filmischen und literarischen Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus und Holocaust durch. Immer mittwochs um 19:30 Uhr werden Filme und Lesungen p
räsentiert, in denen sich Angehörige der zweiten und dritten Gereration aus unterschiedlichen Perspektiven mit ihren Familiengeschichten und mit dem familiären Umgang mit diesen Geschichten beschäftigen. Im Anschluss daran bieten wir ein Wochenendseminar zur vertiefenden Beschäftigung mit dem Thema an.


Familiengedächtnis und »offizielle« Geschichtsschreibung über den Nationalsozialismus klaffen häufig weit auseinander. Nach 1945 geborenen nichtjüdischen Deutschen fällt es meist schwer, die in der Familie erzählten Geschichten über die Vergangenheit überein zu bringen mit den Fakten, die in Schule und Medien vermittelt werden. In den meisten Familien herrscht bis heute ein Schweigen über die aktive und passive Beteiligung an den nationalsozialistischen Verbrechen, das die Kinder und Enkelkinder nachhaltig geprägt hat.

Auch in vielen Familien von NS-Verfolgten wurde - jedoch aus völlig anderen Gründen - über die Vergangenheit geschwiegen. Doch genauso wie in den Familien, in denen die Überlebenden über ihre schrecklichen Erlebnisse gesprochen haben, wurde das Trauma an die Nachfahren weitergegeben und hat sich in deren Leben niedergeschlagen.

Die Veranstaltungsreihe beschäftigt sich anhand von filmisch und literarisch aufgearbeiteten Familiengeschichten mit der innerfamiliären Tradierung von Nationalsozialismus und Holocaust. Aus verschiedenen Perspektiven der zweiten und dritten Generation werden in (auto-) biografischen Filmen und Lesungen die Geschichten von Menschen erzählt, die in unterschiedlicher Weise an den nationalsozialistischen Verbrechen beteiligt bzw. von ihnen betroffen waren. Und es wird gezeigt, wie ihre Nachkommen sich mit diesen Geschichten auseinandersetzen - als Anregung dazu, über die Geschichte der eigenen Familie nachzudenken, über die dort vermittelten Geschichtsbilder und den eigenen Umgang damit.

Im Anschluss an die Lesungen und Filme stehen die Autor/inn/en und Filmemacher/innen für eine Diskussion mit dem Publikum zur Verfügung.

Das » Wochenendseminar, mit dem wir unser Projekt abschließen, findet am 14. und 15.06.08 in der Alten Feuerwache in Berlin-Kreuzberg statt. Wir wollen mit ihm einen Raum schaffen für die Reflexion der Familiengeschichten der Teilnehmenden, des innerfamiliären Umgangs mit der Vergangenheit sowie der eigenen Rolle darin. Arbeiten werden wir mit kreativen Methoden aus dem Bereich der politischen Bildung. Darüber hinaus geben wir Anregungen für die Befragung von Familienangehörigen sowie eine Einführung in die Archivrecherche.

 

Das Programm der Veranstaltungsreihe


06.02.08, 19:30 Uhr

Einführungsvortrag & Film
Dark Lullabies (engl. OF)

13.02.08, 19:30 Uhr

Lesung & Diskussion
Viola Roggenkamp: Familienleben

20.02.08, 19:30 Uhr
Film & Diskussion
Unterwegs als sicherer Ort

27.02.08, 19:30 Uhr

Lesung & Diskussion
Ute Scheub: Das falsche Leben

05.03.08, 19:30 Uhr

Film & Diskussion
Exil in Sedan

12.03.08, 19:30 Uhr
Lesung & Diskussion
Alexandra Senfft: Schweigen tut weh

19.03.08, 19:30 Uhr
Lesung & Diskussion
Katrin Himmler: Die Brüder Himmler

26.03.08, 19:30 Uhr
Film & Diskussion
2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß



Ort:
babylon berlin:mitte
Rosa-Luxemburg-Str. 30, 10178 Berlin
U2 Rosa-Luxemburg-Platz


Tickets:
030 / 2 42 59 69
www.babylonberlin.de

Eintritt:
Filme 5,50 Euro, Lesungen 3 Euro


Veranstaltet von:

 






In Kooperation mit:






Unterstützt durch:

         





Medienpartner:

 




» Der Flyer zur Reihe (PDF, 435 KB)

» Das Plakat zur Reihe (PDF, 555 KB)

» Seminarankündigung und -programm (PDF, 127 KB)